Die Affen rasen durch den Wald

Gibraltar ist einer dieser winzigen Stadtstaaten, von denenIMG_7601 man irgendwie überhaupt nichts weiß. In der Schule wurde die Existenz des Landes sogar gänzlich unterschlagen. Okay, ganz autonom ist es auch nicht, denn noch immer gehört es zur Britischen Krone, aber wenn man die Geographie der Iberischen Halbinsel behandelt, sollte Gibraltar doch wenigstens mal Erwähnung finden, oder? Dass es dort außer freilebenden Affen auch nicht wirklich was gibt, ist ja egal.
Freilebende Affen? In Europa? Werdet ihr jetzt auch so hellhörig wie ich damals, als ich davon das erste Mal gehört habe? Für mich war das sofort ein Grund, Gibraltar mal einen Besuch abzustatten. Also, wenn ich gerade mal in der Nähe bin. Denn einfach mal so von Deutschland nach Gibraltar und zurück wegen ein paar Affen, das ist mir dann doch etwas zu arg.
Während meines Spanienurlaubs hat sich nun die Gelegenheit ergeben und lasst euch sagen: Ja, diese Tiere sind wirklich frech! Verdammt frech sogar! Erfahrt warum! Weiterlesen „Die Affen rasen durch den Wald“

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Erasmus – Leid und Freud der Zimmersuche

Erasmus heißt für sehr viele Menschen eine Zeit lang im Ausland sein und viele Partys feiern. Was viele nicht bedenken: Neben dem Studium erwartet einen oft auch der ganz normale Alltagswahnsinn. Und zu dem gehört auch die Zimmersuche. Es gibt Länder, in denen es ganz normal und auch empfehlenswert ist, ein Studentenwohnheim aufzusuchen. Und dann gibt es Länder (bzw. Städte), in denen es sowas gar nicht erst gibt. Granada ist eine dieser Städte.IMG_7071
Um dennoch eine Bleibe zu finden, habe ich mich deshalb durch endlose Anzeigen geklickt, Aushänge auf der Straße aufgegriffen und bei unzähligen Menschen blindlings angerufen. Englisch sprechen? Fehlanzeige. Spätestens hier wird einem klar, warum man als Student schon ein gewisses Niveau an Spanisch mitbringen sollte…

Ein eigenes Zimmer zu suchen hat von vorneherein den Vorteil, dass man selbst die Wahl hat. Man bekommt nicht einfach irgendetwas vom Wohnheim aufgedrückt, sondern kann selbst mitreden, die zukünftigen Mitbewohner kennenlernen und auf Herz und Nieren prüfen und das Für und Wider von jeder Wohnung genau abwägen. Man kann vergleichen! Dennoch hat die Zimmersuche auch einige schwerwiegende Nachteile, gerade in einem Land mit fremder Sprache. Einigen dieser Nachteile bin ich begegnet und weil ich inzwischen darüber lachen kann, möchte ich euch die „Highlights“ nennen:

– Vor einer Wohnung stehen, die man gerade besichtigen will, gerade auf den Klingelknopf drücken wollen und doch erst auf das Vibrieren des Handys reagieren. „Lo siento, pero el piso ya es alquilando“ (Tut mir Leid, aber das Zimmer ist bereits vermietet). Ja, schön wärs gewesen, aber dann muss ich halt zum nächsten Haus weiterlaufen.

– Eine Adresse genannt bekommen, die es nicht gibt. Auf erneute Nachfrage, ob man sich vielleicht verhört hat und ob man die Adresse vielleicht buchstabiert oder per SMS zugesendet bekommen könnte, keine Antwort mehr bekommen. Stattdessen wird einfach aufgelegt. Na danke!

– Eine Wohnung besichtigen und von der Vermieterin alle anderen Straßen in der ganzen Stadt abgeraten bekommen. Klar, natürlich, nur diese einzige Straße ist nachts sicher und nur diese Wohnung ist perfekt für mich geeignet. Nein, danke?

Last but not least der Höhepunkt schlechthin:

– Bei einer Wohnung zusagen und daraufhin mitgeteilt bekommen, dass man sie noch nicht haben kann, da man erst noch auf die Absage der vorherigen Besucher warten wolle. Ja, gut, aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass da jeder absagt!

 

Die Liebe zum Fleisch – Mein erstes Asado

Wir Deutschen würden es Grillen nennen. In Amerika würde man von einem Barbecue sprechen. In Argentinien nennt sich das Ganze Asado. Und ist ein bisschen Extremer als das, was wir darunter verstehen. Weiterlesen „Die Liebe zum Fleisch – Mein erstes Asado“

La bomba del tiempo – Ein Geheimtipp für Buenos Aires

Sie sind explosiv! Sie sind laut! Und sie haben es einfach drauf! Die Band La Bomba del Tiempo ein echter Geheimtipp für jene, die sich mal nach Buenos Aires verirren:

Man sagt den Südamerikanern ja nach, dass sie Rhythmus im Blut haben. Wenn man diese Band trifft, sieht man sich bestätigt. Trommeln, Cajons, Rasseln und Schellen nutzen sie für ihre akkustische Musik und dazu finden sich stets ein paar Damen, die für das Publikum tanzen.

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Dulce de Leche – Der „Honig“ Argentiniens

Eigentlich ist dieser Titel irreführend, denn Dulce de Leche ist nichts anderes als (extrem) süße Milch mit Zucker und Vanille, die cremig geschlagen wurde.Mit Honig stimmt höchstens die goldbraune Farbe überein, die allerdings nicht annähernd so klar ist. Für Argentinien lässt sich allerdings sagen, dass diese Creme in etwa den gleichen Stellenwert hat wie es Honig für manchen Europäer hat. Heute könnte man es wohl auch mit Nutella vergleichen.

Meine erste Erfahrung mit dieser Süßspeise habe ich in meiner Gastfamilie gemacht. Weiterlesen „Dulce de Leche – Der „Honig“ Argentiniens“

Das Land, dessen Sprache ich nicht sprach

„Du hast so viele Leben wie du Sprachen sprichst.“

Schon Johann Wolfgang von Goethe stellte das fest und mir ging es in den letzten Jahren nicht anders. Sprachen eröffnen den Weg in eine fremde Kultur so gut wie nichts anderes in der Welt. Klar, Musik, Gesten, Mimik – all das können wir deuten, aber all das kann auch so unterschiedlich zu unserer eigenen Kultur sein, dass wir keinen rechten Zugang dazu finden. Am Ende ist und bleibt es eben die Sprache, die uns schlauer macht.

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He was named Madiba

I learned that courage was not the absence of fear, but the triumph over it. The brave man is not he who does not feel afraid, but he who conquers that fear. (Nelson Mandela)

 
It was the fifth of December in the middle of the night, when I read the news. Everyone was talking about a storm. Only a short message told about the death of Nelson Mandela, freedom fighter and South Africa’s greatest hero.
I was never busy to follow somebody’s curriculum vitae and it did not matter if he or she was a famous musician or a political person. I just did not care about what they did in their private life. This is maybe why I do not know that much about Nelson Mandela. But I know far more than of many other people that are more often in the news. Why is that?
I first heard of Nelson Mandela when I was in school and a girl talked about politics in South Africa. It was very important to her and I immediately knew how she felt about her topic. Sometimes the importance of something just runs through your veins without your head understanding it completely. Actually I do not even remember what she told us about Nelson Mandela, but I remembered this name, which may be more important than anything else, because names never stay in my mind longer than five seconds. I also knew that this was a person, I should respect for what he had done in his life.
It was a talk about Mahatma Gandhi, that brought our philosophy course also to talk about Nelson Mandela. This time I learned that he fought for freedom in his country just as Gandhi did. He was imprisoned for his behavior against the apartheid regime and stayed in prison though he had some opportunities to flee. Instead he fought for his fellow convicts to be treated with respect. It is this that I remembered every time I heard of Mandela. My old friend, who then held that presentation, also told me about his name „Madiba“. It is how he was called by South African’s to show him respect.
Later I also learned that he brought the change in politics in South Africa, not with weapons, but with talk and negotiations. I could never imagine how he did that, but sometimes you have to believe the unbelievable. He did it and afterwards he paid his former opponents with respect and tried to understand what they did.
I asked myself if there can be any better teacher for us for whenever we are in an equal situation and want to ignore or even humiliate somebody because we did not agree with how he or she acted. It is those situations that make it hard to behave appropriate. It is anger, rage, contempt, strong feelings that can control us. He showed that it is also possible to  control those feelings and act respectful anyway.
I am sad to hear that this person has died for he was a light in the world that will be missed now. On the other side I am also glad for him for he was very sick in the last years and now his sufferings have an end. He became 95 years old and, with such an history, I guess that is a feather in his cap!
Thanks, Nelson Mandela, for what you did to this world and what you taught me already in young age without even knowing it! And thanks for showing us how to smile even in and after dark times! Thank you!