Erasmus – Leid und Freud der Zimmersuche

Erasmus heißt für sehr viele Menschen eine Zeit lang im Ausland sein und viele Partys feiern. Was viele nicht bedenken: Neben dem Studium erwartet einen oft auch der ganz normale Alltagswahnsinn. Und zu dem gehört auch die Zimmersuche. Es gibt Länder, in denen es ganz normal und auch empfehlenswert ist, ein Studentenwohnheim aufzusuchen. Und dann gibt es Länder (bzw. Städte), in denen es sowas gar nicht erst gibt. Granada ist eine dieser Städte.IMG_7071
Um dennoch eine Bleibe zu finden, habe ich mich deshalb durch endlose Anzeigen geklickt, Aushänge auf der Straße aufgegriffen und bei unzähligen Menschen blindlings angerufen. Englisch sprechen? Fehlanzeige. Spätestens hier wird einem klar, warum man als Student schon ein gewisses Niveau an Spanisch mitbringen sollte…

Ein eigenes Zimmer zu suchen hat von vorneherein den Vorteil, dass man selbst die Wahl hat. Man bekommt nicht einfach irgendetwas vom Wohnheim aufgedrückt, sondern kann selbst mitreden, die zukünftigen Mitbewohner kennenlernen und auf Herz und Nieren prüfen und das Für und Wider von jeder Wohnung genau abwägen. Man kann vergleichen! Dennoch hat die Zimmersuche auch einige schwerwiegende Nachteile, gerade in einem Land mit fremder Sprache. Einigen dieser Nachteile bin ich begegnet und weil ich inzwischen darüber lachen kann, möchte ich euch die „Highlights“ nennen:

– Vor einer Wohnung stehen, die man gerade besichtigen will, gerade auf den Klingelknopf drücken wollen und doch erst auf das Vibrieren des Handys reagieren. „Lo siento, pero el piso ya es alquilando“ (Tut mir Leid, aber das Zimmer ist bereits vermietet). Ja, schön wärs gewesen, aber dann muss ich halt zum nächsten Haus weiterlaufen.

– Eine Adresse genannt bekommen, die es nicht gibt. Auf erneute Nachfrage, ob man sich vielleicht verhört hat und ob man die Adresse vielleicht buchstabiert oder per SMS zugesendet bekommen könnte, keine Antwort mehr bekommen. Stattdessen wird einfach aufgelegt. Na danke!

– Eine Wohnung besichtigen und von der Vermieterin alle anderen Straßen in der ganzen Stadt abgeraten bekommen. Klar, natürlich, nur diese einzige Straße ist nachts sicher und nur diese Wohnung ist perfekt für mich geeignet. Nein, danke?

Last but not least der Höhepunkt schlechthin:

– Bei einer Wohnung zusagen und daraufhin mitgeteilt bekommen, dass man sie noch nicht haben kann, da man erst noch auf die Absage der vorherigen Besucher warten wolle. Ja, gut, aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass da jeder absagt!

 

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Kurztrip Málaga – eine Stadt im Aufbruch

IMG_6845Von Lateinamerika möchte ich euch nun mitnehmen nach Spanien, wo ich das nächste Jahr leben werde. Wer für ein Jahr reist, hat viel Gepäck und muss sich wirklich gut überlegen, was er einpackt und was vielleicht nachgeschickt werden muss. Daneben gilt es natürlich auch, alles sorgfältig zu planen und eine Reiseroute zu überlegen. In meinem Fall war das recht einfach, da ich das kommene Jahr in Granada studieren werde und nur an den Wochenenden wirklich reisen kann. Doch bevor es in meine vorübergehende spanische Heimat ging, habe ich mir noch ein paar Tage Urlaub in Málaga gegönnt, wo ich sowieso hinmusste, da es keinen (günstigen) direkten Flug nach Granada gab. Weiterlesen „Kurztrip Málaga – eine Stadt im Aufbruch“

Guten Tag, Ramon! (2013)

Zum Abschluss meiner Reihe über Lateinamerika möchte ich euch wieder mitnehmen nach Deutschland. Tausende Menschen emmigrieren aus Lateinamerika, weil sie in den USA oder in Europa bessere Arbeitsbedingungen erhoffen und fest daran glauben, mit dem andernorts verdienten Geld ihre Familie in der Heimat ernähren zu können.

Der Inhalt

Auch Ramón, der nach zwei gescheiterten Grenzübertritten in die USA die Idee in den Kopf gesetzt bekommt, nach Deutschland auszuwandern, wagt die Ausreise. Da er hier kein Visum braucht, nimmt er den langen Flug von Mexiko naguten tag ramonch Deutschland auf sich. Von einem Freund hat er die Adresse einer Tante in Wiesbaden bekommen, die ihm am Anfang weiterhelfen soll. Mit einer genauen Wegbeschreibung, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, macht er sich auf die Reise- und steht am Ende vor einer verschlossenen Tür. Von der Tante weiß niemand mehr etwas. Und Ramón fehlt das Geld für einen Rückflug. Da er niemanden um Hilfe bitten kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf einer Bank im Bahnhofsgebäude zu übernachten. Weiterlesen „Guten Tag, Ramon! (2013)“

Das Geheimnis des Mate-Tees

Wir kennen alle Club-Mate aus dem Supermarkt. Super effektiv bei Hausarbeiten, denn man bleibt einfach wach. Und gesüßt schmeckt das Zeug auch ganz gut. Der eigentliche Mate-Tee kommt aus Südamerika und ist in vielen Ländern ein Nationalgetränk. Am schlimmsten ist es wohl in Uruguay, wo man niemanden ohne seine Thermoskanne und seinen Matebecher antrifft. Im benachbarten Argentinien bin ich zuweilen auch mal Leuten begegnet, die sich einfach unterwegs getroffen haben, zu einem Plausch stehen blieben und ihren Mate miteinander geteilt haben. Weiterlesen „Das Geheimnis des Mate-Tees“

Die Werft – Juan Carlos Onetti

Die Werft (Original: El Astillero)[1] von Juan Carlos Onetti ist das dritte lateinamerikanische Werk, das ich euch vorstellen möchte. Es steht mit Zama wartet und Pedro Páramo in einer Reihe der Bücher zu Imaginären Orten auf dem südamerikanischen Kontinent. Die Werft ist der zweite Teil einer Trilogie über den Arbeiter Larsen, dessen Leben bereits im ersten Teil Juntacadáveres beschrieben wird. Damit fällt dieses Buch etwas aus der Reihe. Normalerweise würde ich euch zunächst über den ersten Teil einer Geschichte berichten, allerdings sehe ich hier gerade den zweiten Teil als den interessanten an, der uns mehr mehr über Lateinamerika verraten kann. Weiterlesen „Die Werft – Juan Carlos Onetti“

Die Liebe zum Fleisch – Mein erstes Asado

Wir Deutschen würden es Grillen nennen. In Amerika würde man von einem Barbecue sprechen. In Argentinien nennt sich das Ganze Asado. Und ist ein bisschen Extremer als das, was wir darunter verstehen. Weiterlesen „Die Liebe zum Fleisch – Mein erstes Asado“

Kunst im öffentlichen Raum – Hausfronten

Heute gibt es eine kleine Bildergalerie von zwei Straßen in Buenos Aires. Die eine kennt ihr vielleicht schon von Bildern, denn sie ist die berühmteste Straße von Buenos Aires und befindet sich in La Boca. Die andere habe ich zufällig entdeckt und später festgestellt, dass sie auch in einem Nebensatz im Lonely Planet Argentinien erwähnt wird. Aber so manch einer übersieht natürlich Nebensätze und deshalb war in dieser Straße auch absolut gar kein Tourist! Weiterlesen „Kunst im öffentlichen Raum – Hausfronten“