About Time (2013)

Es wird mal wieder Zeit für eine ausführliche Filmrezension, nachdem schon so viel Zeit vergangen ist seit der letzten. Und welcher Film eignet sich da besser als einer, der von Zeitreisen handelt? About Time (dt. Alles eine Frage der Zeit) About_Time_Posterkam 2013 in die britischen Kinos und ist seitdem auch auf meiner To-Watch-Liste gewesen, aber irgendwie trotzdem in Vergessenheit geraten. Aufgrund der Empfehlung einer Freundin habe ich plötzlich wieder daran gedacht und weil bald auch der Abend für einen romantischen Film kam, kann ich euch nun davon berichten.Tim Lake erfährt an seinem 21. Geburtstag von seinem Vater, dass alle männlichen Mitglieder der Familie die Fähigkeit haben, in ihre eigene Vergangenheit zu reisen. Von seinem Vater bekommt er zudem den gutgemeinten Rat, das Beste aus dieser Fähigkeit zu machen und sie nicht für irgendeine oberflächliche und langweilige Tat zu vergeuden. Er selbst habe sein Talent dafür genutzt, jedes beliebige Buch (erneut) zu lesen. Tim nutzt die Möglichkeit und lernt den Umgang mit Frauen. Denn auch, wenn sein Leben bisher ganz wunderbar ist, so hat es doch einen Fehler: Er hat keine Freundin und irgendwie schafft er es jedes weibliche Wesen durch undurchdachte Taten und Worte zu vertreiben. Nun soll sich das ändern. Die erste Lektion jedoch die er lernt ist, dass man Liebe nicht erzwingen kann. Und auch sonst hat das Reisen in der Zeit einige Regeln: Er kann nicht die Welt verändern und reist er in die Zeit vor Geburt eines Kindes, um da etwas zu ändern, so kann sich auch das Kind verändern.

Im Großen und Ganzen mochte ich About Time. Es ist eine schöne, amüsante und herzerwärmende Komödie und nicht ganz so inkonsequent wie man das aus dem Hause Hollywood beispielsweise kennt. Auch schlägt immer wieder der britische Humor durch, den ich einfach so unglaublich liebe. Der Film ist durchschnittlich und man kann ihn in gewisser Weise schon in die Kategorie 0-8-15 einordnen, aber er ist charmant gemacht mit einer netten und durchdachten Geschichte. Wären Zeitreisen nicht an sich schon so unglaublich unlogisch, würde ich die Geschichte sogar als logisch erachten. Alle Handlungen sind verständlich, alle, auch die extremen, Reaktionen sind nachvollziehbar. Und dennoch, ich kann mich nicht für den Film begeistern.

Primär liegt es dann, dass ich einfach ein Problem mit Zeitreisen habe. Ich finde die Idee unglaublich faszinierend und spannend. Als Doctor Who Fan werde ich mit Sicherheit auch nichts dagegen sagen, dass man die Finger von solchen Geschichten lasen soll. Allerdings hat man es einfach allzu schnell mit einem Paradoxon zu tun, dass jeden Genuss etwas schmälert. In diesem Fall hat er sich für mich in den Erinnerungen Tim Lakes ausgedrückt. Zum Einen hat er sich natürlich an jedes Erlebnis seinen Lebens erinnern können, zum Anderen hat er aber auch große Episoden übersprungen, wenn er wieder in seine aktuelle Zeit gereist ist, nachdem er etwas verändert hatte. Gerade hier hatte er aber keine Erinnerungslücken und konnte sich problemlos in das veränderte Geschehen einfinden. Seltsam, oder? Und wie ist das eigentlich, wenn er nicht in die Zukunft reisen kann, aber in seine eigene (theoretisch zeitlich schon erlebte) Zukunft zurückkehren kann, nachdem er etwas verändert oder nochmal erlebt hat? Und auch die Begegnungen mit seinem Vater in der Vergangenheit, nachdem dieser gestorben ist – kann das wirklich sein?

Letzten Endes hat mich der Film also einfach mit mehr Fragen und Grübeleien zurückgelassen, als ich es von einer romantischen Komödie erwarte. Klar, dass macht einen Film nicht schlecht, aber ich denke, man sollte einfach wissen, dass so etwas auf einen zukommt, damit man am Ende nicht enttäuscht ist, dass man nicht schön friedlich im Bettchen einschlummern kann. Stattdessen habe ich eher wachgelegen und nachgedacht, was mich alles an diesem Film gestört hat. Weil schön war er!

Von mir gibt es durchaus eine Empfehlung für alle, die mal wieder etwas leichte Kosten wollen – allerdings mit dem Hinweis, dass Zeitreisen einfach paradox sind und man sich besser keine Gedanken über die realistische Umsetzung machen sollte.

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