Child 44 (Film)

Es wird mal wieder Zeit für eine ausführlichere Kinokritik. Die letzte Sneak hat mir die Auswahl des Filmes dafür leicht gemacht, denn Child 44 ist ein Film, der einen wirklich mit viel Diskussionsbedarf zurücklässt. Ich will euch kurz erklären, warum ich von diesem Werk alles andere als begeistert war.

Der sowjetische Beamte Leo Demidov verfolgt die Spur von einem Serienmörder, der es auf kleine Jungen rund um die Stadt Rostov abgesehen hat. Da das Sowjetregime allerdings beansprucht, dass es keine Kriminalität in der UdSSR gäbe, legt es dem Ermittler Steine in den Weg: Er wird in eine Kleinstadt versetzt und bedroht, mehrfach auch angegriffen.

Der Inhalt

Der Film beginnt mit einer kurzen Szene in einem Waisenhaus in der Ukraine. Dort büchst ein Junge aus und schlägt sich durch die Wildnis. Von dort aus wechselt der Schauplatz nach Moskau, wo ein Junge nahe dem Bahnhof tot aufgefunden wird. Leo Demidov wird davon in Kenntniss gesetzt, dass es sich dabei um den Sohn seines besten Freundes handelt. Eben jener glaubt an einen Mord und lehnt sich gegen die Behauptung auf, dass es lediglich ein Unfall gewesen sei. Demidov wird angewiesen, seinen Freund zur Raison zu bringen. Kurz darauf ereignen sich allerdings weitere Morde und der Ermittler wird hellhörig. Sein Widerstand weckt allerdings auch die Aufmerksamkeit des sowjetischen Überwachungsapparats und er wird vor einen Test gestellt: Entweder er verunglimpft seine unschuldige Frau Raisa oder er macht sich des Landesverrats schuldig. Demidov entscheidet sich für Letzteres im v ollen Bewusstsein, dass er damit sein Leben verwirkt.

Er hat noch einmal Glück. Anstatt vor ein Erschießungskommando gestellt zu werden, wird er in einen Zug gesetzt und in eine Kleinstadt versetzt. Als auch dort ein Junge tot aufgefunden wird, beginnt Demidov aktiv zu ermitteln.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Film zwar nicht sonderlich aufregend, aber wenigstens noch schlüssig. Was bis dahin allerdings noch sehr ausführlich gehalten wird, wird nun stark gekürzt. Leo erhält die Hilfe seines Vorgesetzten und erfährt so von den Morden, die um die Stadt Rostov begangen worden sind. Wenige Szenen später steht er bereits in der Fabrik, in der der mutmaßliche Mörder arbeitet. Demidov stellt ihn, bekommt dann lächerliche Entschuldigungen für die Taten zu hören: Im zweiten Weltkrieg seien die Soldaten darauf trainiert worden, Menschenfleisch zu essen. Es hatte ja nichts Anderes gegeben. Die Aufklärung erfolgt derart schnell und unschlüssig, dass einem nur noch Kopfschütteln bleibt. Es wurde derart viel versucht, umzusetzen, dass es einfach misslungen ist. Leider war das aber noch nicht alles.

child 44 foto

Die Sache mit der Ukraine

Ukraine hier, Ukraine da. In den Nachrichten liest man ständig davon. Es war klar, dass es früher oder später auch einen Film zu diesem Thema geben würde. Hier haben wir ihn. Nein, okay, er handelt nicht von dem jetzigen Ukrainekonflikt. Stattdessen wurde die Aufmerksamkeit derart knallig erst einmal auf dieses Land gelegt, um genau eine Szene lang von der Ukraine zu handeln, um ab dann nur noch in Moskau zu spielen. Sorry, aber warum dann überhaupt diese Szene? Sie hat überhaupt nichts mit dem Rest des Filmes zu tun. Okay ja, da ist ein Junge entbüchst. Aber mal ehrlich, von der Ukraine bis nach Rostov sind es noch ein paar Kilometer und erst in Rostov wurden die Jungen ermordet. Der Zusammenhang fehlt mir da einfach total. Es gab auch noch die Theorie, dass es sich bei dem Jungen um Leo handelte, allerdings weiß ich auch da nicht, was ich davon halten soll. Geht es nun um die Geschichte des Ermittlers? Oder um den Fall mit den toten Jungen. Leute, was sollte diese Szene? Ich kann es mir leider nicht anders erklären, als das die Filmemacher unbedingt Aufmerksamkeit auf dieses Land lenken wollten. Und damit auf den Ukraine-Konflikt in der Gegenwart. Oder habt ihr da noch eine andere Idee?

child 44

Zum Teufel mit der Sprache

Was mich ebenfalls wirklich gestört hat, war das Englische. Okay, das ist jetzt äußerst subjektives Empfinden: Bei dem Film handelt es sich um eine internationale Produktion, unter Anderem von England, Frankreich und den USA. Dementsprechend wurde im Original auch Englisch gesprochen. Allerdings haben die Schauspieler versucht, den russischen Akzent zu imitieren und damit mehr oder minder guten Erfolg gehabt. Mein Kopf hat allerdings nach einer Weile nur noch protestiert: Englisch mit russischem Akzent? In Moskau? Das widerspricht einfach allem, was ich von russisch-englischen Beziehungen weiß – und hat damit mein Filmvergnügen zerstört. Ich musste zum ersten Mal sagen, dass mir eine deutsche Synchronisation lieber gewesen wäre.

Mein Fazit

Wie ihr schon merkt, habe ich nicht wirklich Gutes zu Child 44 zu sagen. Okay, die Idee ist an sich nicht schlecht. Die Umsetzung lässt aber eindeutig zu wünschen übrig. Und dann waren da einfach noch zu viele Faktoren, die mich persönlich gestört haben. Mehr als ein Mittelmäßig kann ich also nicht geben.

Habt ihr den Film schon gesehen? Was haltet ihr davon?

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