Das Geheimnis der Monduhr – Amanda Brooke

das geheimnis der monduhr

Spontaneinkäufe und Schnäppchenangebote sind eine Falle für jeden Buchliebhaber. Irgendwie bleibt man immer an den großen Wühlkisten hängen, über denen groß ein Schild „ab 5 Büchern je 2 Euro“ oder ähnliches steht. In der Hoffnung, dass sich irgendwo ein kleiner Schatz versteckt, fängt man automatisch an zu wühlen. Ich bin in dieser Hinsicht ein hoffnungsloser Fall: Immer wieder versuche ich mein Glück. Bei Murakami ging das in die Hose. Amanda Brooke ist mit ihrem Roman Das Geheimnis der Mondur ein weiterer Versuch gewesen.

Der Inhalt

Holly und Tom ziehen aufs Land, um ihr Glück perfekt zu machen. Dort entdeckt Holly im Garten ihres neuen Hauses eine seltsame Uhr, die ihr einen Blick in ihre eigene Zukunft gewährt: In genau einem Jahr wird sie bei der Geburt ihrer Tochter sterben. Holly sieht sich vor die Wahl gestellt, ihr eigenes Leben oder das ihres Kindes zu opfern.

Der Inhalt ist so kurz erklärt wie das Buch einfach gestrickt ist. Es gibt nicht wirklich viele Handlungsstränge und als Leser langweilt man sich schnell, wenn man anspruchsvollere Bücher gewohnt ist. Holly ist Künstlerin und äußerst ambitioniert, aber als Charakter etwas einfach gestrickt. Immer wieder schwankt sie zwischen dem Töten ihres Kindes und ihrer eigenen Opferbereitschaft. So ganz ergeben ihre Sinneswandel allerdings keinen Sinn. Ich will damit nicht sagen, dass es unglaubwürdig ist, wenn sich ein Charakter nicht entscheiden kann. Unglaubwürdig sind allerdings die Beweggründe, die für den Sinneswandel sorgen sollen, meistens aber einfach nicht vorhanden sind. Von einer Seite zur nächsten ändert Holly einfach ihre Meinung.

So traurig die Gestaltung der Charaktere auch sein mag, sie konnte mich nicht davon abhalten, das Buch zu lesen. Die Geschichte war einfach faszinierend: Was tust du, wenn du die Möglichkeit hast, zum nächsten Wendepunkt in deinem Leben zu reisen und mitzuerleben, was passieren wird? Du hast die Wahl, bis dorthin weiterzumachen oder jetzt schon eine Wende herbeizuführen, die allerdings nicht weniger drastische Konsequenzen mit sich bringen kann. Was passiert, wenn Holly ihr eigenes Leben rettet? Wird sie für immer kinderlos bleiben? Wird ihre Beziehung mit Tom zerbrechen?

Happy End für den Urlaub – Mein Fazit:

Leider gibt uns das Buch keine Antwort auf diese Fragen. Das Ende ist eher enttäuschend – oder für so manchen auch befreiend. Es ist ganz klar ein Happy End und das heißt, dass die Wahl sich auf eine Art verläuft, die geradezu unrealistisch ist. Mal ehrlich, irgendwann muss man sich einfach mal entscheiden! Die Autorin konnte das anscheinend nicht und hat lieber eine alte Frau sterben lassen.

Zum Schreibstil will ich eigentlich schon gar nichts mehr sagen. Er war sehr schlicht und einfach zu lesen. Da ich die Übersetzung vor mir hatte, kann ich nicht über Brookes Eloquenz urteilen. Allerdings vermute ich, dass das Buch für Leser geschrieben ist, die gerne mal zu einer Urlaubsschnulze greifen und sich ansonsten von Literatur fernhalten. Für genau solche könnte ich Das Geheimnis der Monduhr auch empfehlen. Für alle, die mehr wollen, heißt es, sich etwas anderes aus der Kiste mit den Angeboten zu wühlen.

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2 Kommentare zu „Das Geheimnis der Monduhr – Amanda Brooke“

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