Lomographie

Lomo 1
Gefunden auf diefuenfsinne.com

Ich fotografiere ja gerne und überall. Ein Tagesausflug ohne meine Kamera mitzuschleppen ist für mich inzwischen schon ein unvollständiger Tagesausflug. Gründe für Fotos habe ich einige. Schöne Erinnerungsfotos, Beweisbilder, Fotos für Freunde, … Aber ganz ehrlich: Keiner dieser Gründe rechtfertigt meinen geradezu inflationären Gebrauch des Auslösers. Ja, ganz recht: Ich knipse nur allzu gerne kopflos drauflos.Inzwischen habe herausgefunden, dass auch das als Kunstrichtung gelten kann. Ganz recht, irgendwie kann man eben alles eine Kunst nennen. In diesem Fall handelt es sich um Lomographie. Dabei geht es umgeplante Bilder, interessante Kompositionen und das hemmungslose Knipsen.

Aber wie das immer so ist, ganz so einfach ist es nicht: Auch die Lomographen haben sich Regeln gegeben, damit nicht jedes hirnrisse Bild in diese Kategorie eingeordnet werden kann. In diesem Fall haben sie ihre Regeln sogar schriftlich festgehalten:

1. NIMM DEINE KAMERA ÜBERALL MIT HIN

2. VERWENDE SIE ZU JEDER TAGES- UND NACHTZEIT

3. LOMOGRAPHIE IST NICHT UNTERBRECHUNG DEINES ALLTAGS, SONDERN INTEGRALER BESTANDTEIL DESSELBEN

4. ÜBE DEN SCHUSS AUS DER HÜFTE

5. NÄHERE DICH DEN OBJEKTEN DEINER LOMOGRAPHISCHEN BEGIERDE SO WEIT WIE MÖGLICH

6. DON’T THINK (WILLIAM FIREBRACE)

7. SEI SCHNELL

8. DU MUSST NICHT IM VORHINEIN WISSEN, WAS DABEI HERAUS KOMMT

9. IM NACHHINEIN AUCH NICHT

10. VERGISS DIE REGELN

Quelle: Die zehn goldenen Regeln der Lomographie

Ganz wichtig für Lomographen ist auch die Verwendung der richtigen Kamera. In diesem Fall ist es eine Lomo LC-A, es kann aber eigentlich auch jede andere analoge Kamera genutzt werden. Je schlechter die Kamera, desto besser die Ergebnisse. Klingt komisch, hat aber einen einfachen Grund: Die Bilder sollen nicht besonders gestochen scharf sein und explizit bestimmte Objekte in den Vordergrund stellen, sondern Farben, Schmutz, Töne und echte Schönheit wiederauferstehen lassen.

lomo 2
Gefunden auf deviantart.com

Der Ursprung der Lomographie ist nicht ganz bestätigt. Man munkelt, dass es drei Wiener Studenten waren, die 1991 auf einer Reise in Prag die Lomo LC-A für sich entdeckt haben. Ein Jahr später stellten sie die 10 goldenen Regeln der Lomographie auf. Es folgten zahlreiche Ausstellungen ihrer Bilder, bis daraus eine eigene Bewegung entstand.

Wer nun nach dem Betrachten der Bilder an Hipster, Instagram und Co. denkt, liegt gar nicht mal so falsch. Aus der Amateurfotografie hervorgegangen ist die Lomographie im Grunde nichts Anderes als ein Vorläufer und eine Daseinsberechtigung für diese aktuellen Trends. Ihr habt nun Lust auf die Lomographie bekommen, aber keine Lust, euch eine analoge Kamera zuzulegen? Kein Problem! Ihr könnt es ja einfach als eine Weiterentwicklung dieses Stils rechtfertigen und fröhlich mit dem Smartphone knipsen. Entsprechende Filter zum Basteln gibt es ja in zahlreichen Apps.

Hier findet ihr übrigens noch eine Webseite mit interessanten (wenn auch fragwürdigen) Statistiken zum Digital Life, die die Argumentation der Lomographen stützt.

Und hier findet ihr die Seite von über die Lomography.

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