Elegie

Fantasyromane haben es bei vielen begeisterten Lesern schwer. Das Genre ist nur bei wenigen wirklich beliebt und auch dann gibt es oft klare Abgrenzungen, was gemocht wird.

Der Zweiteiler Elegie von Jacqueline Carey würde bei vielen vermutlich sofort aussortiert werden und auf einem anderen Stapel landen. Die Geschichte ist weder im High-Fantasy-Bereich angesiedelt (ein klarer Endgegner, gegen den der Protagonist von Anfang an kämpft und scheinbar keine Chance auf einen Sieg hat), noch wirklich woanders. Es ist einfach eine Geschichte zwischen Kategorien.

Elegie

Das Wort „Elegie“ bezeichnet ein trauriges, melancholiches Gedicht, ein Klagegedicht. Satoris, der Fürst der Dunkelheit, hat das Land zweigeteilt, während der „Gedankenfürst“ als der Gute Menschen und Elben eine rosige Zukunft verspricht, wenn sie ihm zum Sieg gegen seinen Bruder helfen. Der eine, gefangen in der Dunkelheit, fühlt sich ungerecht behandelt und kämpft für Gerechtigkeit, der andere im Licht stehende Bruder sieht sich im Recht und will seine alleinige Macht wahren. Beide haben ihre Helfer, die als Boten in die Welt der Sterblichen dienen, beide haben Völker, die ihnen uneinangeschränkt glauben und ihre Meinungen nicht hinterfragen. Jacqueline Carey hat sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie gut das Gute wirklich ist und was eigentlich Böse ist. Beim Lesen der beiden Romane lernt man schnell, dass jede Medaille zwei Seiten hat und nicht alles so einfach ist, wie wir das gerne hätten.

Die Idee hinter dieser Geschichte ist damit eine sehr interessante. Der ganze Zwist in der Welt entsteht durch diejenigen, die nur auf ihren Kopf vertrauen, und jene, die mehr durch Instinkte und Triebe geleitet werden. Careys Lösung mag etwas einseitig sein, aber entsprechend der Geschichte ist sie durchaus passend.

Leider macht das den Text keineswegs besser. Anstrengende Formulierungen, langatmige Beschreibungen und eine unglaublich vorhersehbare Handlung haben das Lesevergnügen ordentlich geschmälert, bis ich im zweiten Band dazu übergegangen bin, die Seiten einfach nur noch zu scannen. Der einzige Grund, warum ich das Buch nicht einfach weggelegt war, war die leise Hoffnung, dass ich das Ende eben doch nicht richtig vorhergesehen hatte. Dem war leider nicht so.

Jacqueline Carey ist besonders für die Kushiel-Trilogie bekannt, deren Titel mir bis dato auch das ein oder andere Mal zu Ohren gekommen ist. Wenn diese Trilogie allerdings genauso geschrieben ist wie Elegie, kann auch die beste Idee nicht mehr helfen: Die Bücher werden eindeutig nicht in meinem Regal landen.

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