Oscar Wilde und die Verhaltensregeln zum richtigen Lügen

Mitunter das Erste, was kleine Kinder lernen, ist, dass man nicht lügen soll. Pinocchios Nase wird sogar immer länger, weil er so viel lügt, und am Ende hat er dadurch nichts als Ärger. Und doch tun wir es als Erwachsene immer und immer wieder.

Oscar Wilde stellt mit The Importance of Being Earnest ein Beispiel, warum eine schlichte kleine Lüge durchaus nützlich sein kann. Und wieThe importance of being earnest sie zu einem komplett erlogenen Leben und einem Haufen Ärger führen kann. Eigentlich ist es geradezu genial: Da ich nicht mehr bei meiner Familie wohne und meine Verwandten nur das über mich wissen, was ich ihnen erzähle, kann ich mir alles erlauben. Zum Beispiel auch die Geschichte, dass ich in die Stadt fahre, um mich um meinen kranken Bruder zu kümmern. Aber warum das Ganze? Klar, mein eigenes Leben ist mir viel zu langweilig und in der Stadt lauern die unterschiedlichsten Vergnügungen auf mich. Dumm nur, wenn alles auffliegt, denn das Leben eines „Bunbury“, wie Wilde den Abenteurer nennt, der sich aus seinem eigenen Leben in ein anderes flüchtigt, kann ganz schön anstrengend sein und nur allzu schnell geschieht irgendein Missgeschick.
Aber was kann man nun aus dieser Geschichte lernen? Das wir nicht lügen sollen, wissen wir ja schon. Und dass es trotzdem jeder tut, wissen wir auch. Zum Glück gibt uns Oscar Wilde wenigstens ein paar wichtige Hinweise und so lässt sich aus The Importance of Bein Earnest eine Liste von Verhaltensregeln zum „richtigen Lügen“ ablesen:

  1. Du sollst nicht lügen. (Steht schon in der Bibel geschrieben!)
  2. Wenn du doch lügst, vernichte alle Hinweise auf die Wahrheit.
  3. Sei präzise. „Ich […] habe mich um meinen kranken Bruder gekümmert“ klingt nicht so glaubhaft wie „Ich […] habe mich um meinen kranken Bruder gekümmert, der an einer schlimmen Lungenentzündung leidet und als Alleinstehender niemanden außer mir hat, der nach ihm sehen kann.“
  4. Soll die Lüge ein Geheimnis bleiben, dann erzähl sie auch niemandem. Wirklich niemandem. Keinem. Auf gar keinen Fall!
  5. Übertreibe es nicht. Ist der Bruder ständig krank, scheint es schlimmeres zu sein und dann kann man das nicht über Jahre hinweg fortführen. Irgendwann sterben Kranke nun einmal auch. („Krank“ heißt ja etwas anderes als „pflegebedürftig“)
  6. Wenn dir jemand auf die Schliche kommt, gib die Lüge gleich zu. Mit weiteren Lügen machst du es nur noch schlimmer.
  7. Wenn du all das nicht beherzigen kannst: Lass das mit dem Lügen einfach sein!
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s