#Zeitgeist (Film)

Handys sind nette Spielzeuge für überall und jede Zeit. Computer bieten uns Zugang zu Welten, die wir sonst nicht erreichen und Wissen, dass wir auf anderen Wegen einfach nicht erlangen können. Satelliten im All zeichnen das Leben der Menschen auf. Und die Menschen? Kümmern sich nicht weiter darum, sondern spielen fröhlich mit der Technik. Aus einem Miteinander wird ein Nebeneinander.

#Zeitgeist (OT: Men, Women and Children) soll ein Film über unsere Generation sein. Über die Gesellschaft in der wir heute leben. Autor Chad Kultgen hat sich einiges bei seiner Geschichte gedacht und Jason Reitman hat daraus einen Film gemacht, der mit den modernen Mitteln der Visualisierung arbeitet: Chatfenster werden neben den Darstellern eingeblendet, die Facebook-Seiten können von uns mitgelesen werden, wir werden quasi selbst zu benutzen.

So toll das klingt: Der Film ist ein Reinfall. Zu Beginn erzählt uns eine Stimme vom Leben eines einsamen Familienvaters, der auf dem Computer seines Sohnes Pornoseiten entdeckt. Daneben gibt es die Geschichte einer hysterischen Mutter, die vor allen Computerspielen, Chats und dergleichen warnt und ihre Tochter vollkommen überwacht. Das sind nur zwei der Geschichten, die in diesem Film erzählt werden. Eine richtige Handlung entsteht dabei nicht, vielmehr fragt man sich, warum nicht eine der Personen mal lacht oder weint. Alles ist oberflächlich. Surreal. Und zum Einschlafen langweilig.

Ich will nicht sagen, dass Handys und Computer unser Leben nicht grundlegend geändert haben. Mir ist auch bewusst, dass nur allzu gerne jeder bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf sein Handy achtet. Oder seine Mails überprüfen muss. Jeder hat Angst etwas zu verpassen. Und genau da liegt der essentielle Fehler in der Geschichte: Es ist nicht so, dass wir emotionslos werden und nicht mehr miteinander kommunizieren können. Vielmehr ist es so, dass wir immer schneller und schneller leben wollen und es nicht ertragen, bei etwas nicht dabei zu sein. Um die Realität abzubilden und eine Warnung zu senden, hätte der Film uns also umhauen müssen mit Geschehen. Stattdessen greift er nur all die Ängste und Vorurteile gegenüber den Neuen Medien auf und verknüpft sie zu einer Geschichte, ohne dabei wirklich etwas aussagen zu können.

Schade. Ich sage so etwas selten über einen Film, aber das waren zwei Stunden pure Enttäuschung.

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