Erlöse uns von dem Bösen (Film)

Man könnte sagen, der Name wird Programm. Erlöse uns von dem Bösen wurde irgendwann während der ersten Stunde zu dem Flehen, dass ich ausstieß, um nicht weiterschauen zu müssen. Mit Freunden ins Kino zu gehen hat leider den Nachteil, dass alle einverstanden sein müssen, den Saal vorzeitig zu verlassen.

Raphael Sachie erklärt sich bereit in einer Reihe seltsamer Vorfälle zu ermitteln und merkt bald, dass da irgendwas einfach nicht mit rechten Dingen zugeht. Hilfe bekommt er von einem Priester, der sich selbst als Kenner des Exorzismus bezeichnet. Zunächst noch widerwillig lässt sich Raphael auf die Unterstützung ein, denn als seine Tochter und seine Frau in Gefahr geraten, entwickelt er ein persönliches Interesse an dem Fall.

Die Handlung ist schnell erklärt, das Ende absehbar. Zwischendrin sollte es uns ordentlich gruseln, schließlich bewegen wir uns zwischen den Genres Horror und Thriller. Leider war das Gruseligste während dem ganzen Film die quietschende Kinotür, deren Geräusche ich zunächst einfach gar nicht einordnen konnte und deren Ursprung ich hoffnungsvoll im Film gesucht hatte. Dazwischen war ich immer wieder zwischen Lachen und Weinen gefangen, weil einzelne Elemente eindeutig gruselig wirken sollten, letzten Endes aber lächerlich waren. Höhepunkt des Gänsehautfeelings war schließlich eine Stofftier-Eule, die ein wirklich hässliches Gesicht hatte und in einem dunklen Kinderzimmer in einer eingefrorenen Einstellung gezeigt wurde. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Einstellung überhaupt hatte gruselig sein sollen. Und das „gruselig“ sollte man auch nochmal in Anführungszeichen setzen, denn eigentlich war der kurze Moment auch nur ein überraschtes „Oha, jetzt müsste ich mich erschrecken, oder?“ und hatte in etwa für so viel Spannung gesorgt wie mein langer Satz, der alles beschrieben hat…

Da ich kein Kenner von vielen Horror-Filmen bin, war ich enttäuscht, dass ich doch nach zwei Szenen bereits die komplette Handlung des Films hatte vorhersagen können. Insbesondere, da viele das Werk auch als Thriller einordnen, was er meiner Ansicht nach nun überhaupt nicht wahr. Erlöse uns von dem Bösen ist mit Sicherheit kein Werk, dass in mir Begeisterung für Horrorfilme aufblitzen lässt.

Was bleibt nach einem miserablen Kinoerlebnis? Die Empfehlung, sich besser andere Filme anzuschauen, die einen wirklich das Gruseln lehren oder, so wie ich, einfach wieder in andere Genres zu wechseln. Und die Hoffnung, dass der Regisseur, dessen Talent eigentlich schon erkennbar war, das nächste Mal nicht so einen Griff ins Klo landet. Diesmal also ein eindeutiges: Verschwendet eure Zeit lieber anders!

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