Am Sonntag bist du tot (Film)

Irische Komödien glänzen oft durch etwas makaberen Humor. So auch dieser Film. Am Sonntag bist du tot (OT: Calvary ) beginnt mit einer simplen Beichte und der Überlegung, dass es doch langweilig wäre, immer nur die Schuldigen zu töten. Zur Abwechslung solle mal ein Unschuldiger sterben. In diesem Fall der von Grund auf gute Pfarrer Lavelle. Eine Woche bleibe ihm, um in seinem Leben aufzuräumen, am nächsten Sonntag solle er dann an den Strand kommen und dort seinem Tod entgegensehen.

„Alles klar, der sollte jetzt zur Polizei und dann können die den Mörder festnehmen“, wäre nun die plausibelste Lösung für das Problem. Bei den Iren scheint sich die Welt aber ein bisschen anders zu drehen. Lavelle fragt sich, ob er überhaupt zur Polizei gehen dürfe, da er dies alles schließlich in einer Beichte erfahren hat. Von der Kirche erhält er die Antwort, dass dies ihm überlassen sei, der Sündiger habe schließlich nicht nach einer Absolution gefragt. Anstatt nun aber die Polizei auf den Fall anzusetzen, beschließt Lavelle, sich selbst mit einer Waffe auszurüsten. In der Zwischenzeit will er den Dorfbewohnern helfen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden. Ganz der gute Pfarrer eben. Während er nun aber weiterhin nur Gutes tut, scheint der unbekannte Sündiger Spaß daran zu haben, Lavelle ein bisschen Angst einzujagen, und lässt die Kirche abbrennen. Zudem findet der Pfarrer auch seinen Hund mit aufgeschlitzter Kehle im Garten. Am darauffolgenden Sonntag ist er dann aber bereit, spricht sein letztes Gebet und wandert zum Strand. Dort erfährt der Zuschauer auch endlich, wer der Mörder sein wird – und dass dieser den Hund gar nicht umgebracht hat. Das war wohl ein anderer.

Dieser Film hat von der ersten Sekunde an verraten, was geschehen wird. Es ist die Chronik eines angekündigten Mordes, ganz nach dem Vorbild des alten Klassikers, verbunden mit ein bisschen irischem Humor. Letzten Endes fragt sich der Zuschauer nur, wer denn nun der Mörder sein wird. Sobald er dies erfährt, bleibt nur noch die Frage nach dem armen Hund. Es ist, als wollen uns die Iren einfach nie alle Fragen beantworten. Irgendetwas bleibt immer im Dunkeln.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich von diesem Film halten soll. Meine spontane Antwort nach dem Sichten schwankte zwischen „grandios“ und „geht so“. Die Aufnahmen waren wirklich herrlich und haben Lust auf Irland gemacht, die schauspielerische Leistung war zufriedenstellend, die Story, wie bereits erklärt, nicht gerade spannungsreich. Und doch war es der schwarze Humor, der allem die Würze gab. Vielleicht muss jeder selbst entscheiden, ob er diesen Film sehen möchte oder nicht, ich kann darüber wirklich kein ja oder nein abgeben. Fest steht: Bei dem grausamen deutschen Titel würde es mich nicht wundern, wenn sich keiner dazu aufrafft, sich den Streifen anzuschauen. Aber bitte, beurteilt das Werk nicht nach dem Titel, es steckt wirklich weitaus mehr dahinter!

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