Doctor’s Diary (Serie)

doctors diary
Eine Produktion der Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft im Auftrag von RTL und ORF.

Deutschland hat eine Kultserie – und lässt sie mit der dritten Staffel und einer guten Quote einfach enden. Eine Schande! Selbst drei Jahre später wünschen sich Fans noch eine Fortsetzung, doch die Antwort des Senders ist eindeutig: Keine Chance.
Was genau macht DD zur Kultserie? Und warum ist sie bis vor kurzem vollkommen an mir vorbeigerauscht?
Ausgestrahlt wurde die deutsche Serie von 2008 bis 2011 auf RTL. Bekannte Schauspieler wie Diana Amft(Mädchen, Mädchen), Florian David Fitz (z.B. Männerherzen), Steffen Groth(FC Venus – Elf Freunde müsst ihr sein), Elyas M’Barek, Adele Neuhauser, Annette Strasser oder Laura Osswald sind ein erster Grund, die Serie anzuschauen. Durch souveräne Leistungen vermitteln sie die Story überzeugend.
Die Episoden Doctor’s Diary sind als Tagebucheinträge der jungen Ärztin Gretchen Haase aufgebaut. Diese beschließt, nachdem ihr Freund fremdgegangen und sie deshalb wieder bei ihren Eltern eingezogen ist, als 29-jährige endlich ihre Doktorarbeit fertigzuschreiben und in der Klinik ihres Vaters als Chirurgin Karriere zu machen. Ganz recht, als Frau! Denn eigentlich wusste sie immer genau was sie wollte: Karriere machen, schlank sein und den Mann fürs Leben finden. Und auch wenn das Leben ein paar Rückschläge bot, ist ja noch nichts verloren. Dumm nur, dass der chirurgische Leiter Dr. Marc Meier ihr einstiger Schulschwarm ist und sie stets nur als das hässliche, übergewichtige Entlein wahrgenommen hat, das sie nun einmal ist. Hinzu kommt, dass er bereits so ziemlich jedes weibliche Wesen auf der Station gevögelt hat, mal von der Assistentin Sabine abgesehen, die geistig nicht gerade die schnellste ist. Das verletzt selbst das starke Ego Gretchens. Sein machohaftes Getue, Überheblichkeit, Selbstverliebtheit und seine Unreife sind dazu noch gepaart mit jeder Menge Charme und so kann sie einfach nicht aufhören, an ihn zu denken. Da sind Scherereien vorprogrammiert! Es gibt ja aber auch noch den Gynäkologen Dr. Mehdi Kaan, der stets ein offenes Ohr für seine Kollegen und Kolleginnen hat. Es dauert nicht lange, bis er ein Auge auf Gretchen wirft, aber war da nicht noch etwas mit einer Ehefrau, die im Koma liegt? Und was ist mit Marc Meier, der immer das möchte was er nicht haben kann, zum Beispiel ein Gretchen, das mit seinem besten Freund Mehdi schläft?
Doctor’s Diary strotzt nur so vor Klischees. Bunter Trubel, vorhersehbare Handlungen und die daraus resultierenden idiotischen Ergebnisse. Der Zuschauer weiß genau was ihn erwartet: Die wilden Träume einer 29-Jährigen, die sich noch nicht von ihren Teenagervorstellungen lösen konnte und in ihrer eigenen Wunschwelt einfach nicht glücklich wird. Ein bisschen bekannt ist das schon aus Bridget Jones. Schokolade zum Frühstück scheint nämlich auch Gretchens Motto zu sein, besonders wenn es ihr schlecht geht. Dazu ein paar bekannte Bilder, insbesondere in der Pilotfolge, wie eine Braut, die trauernd auf einer Brücke steht, aber anders als erwartet nicht sich selbst umbringen will, sondern lediglich wegen einem Riegel Schokolade, der ihr aus der Hand fiel, über das Geländer klettert. Bora Dagtekin, der Drehbuchautor (bekannt durch Türkisch für Anfänger), schafft es durch erstklassige Dialoge eine stets amüsante und bisweilen sogar richtig lustige Geschichte zu schreiben, die erstklassige Unterhaltung bietet. Mehr aber eben auch nicht. Wer sich also weg vom Niveaufernsehen und hin zur reinen Unterhaltung begeben möchte, dem sei diese Serie absolut empfohlen!

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