Eine wie Alaska (Looking for Alaska)

Das Erstlingswerk von John Green erzählt die Geschichte der jungen Alaska, die augenscheinlich einigIMG_2093e Probleme im schulischen und gesellschaftlichen Alltag zu meistern hat. Der Leser lernt sie durch die Augen des 16-jährigen Miles kennen, der auf ein Internat in Alabama wechselt in der Hoffnung, dort mehr Anschluss zu finden. Alaska ist das erste Mädchen, das ihm begegnet und wie das nun mal in Jugendgeschichten ist, verliebt er sich sofort in sie. Miles, Alaska und der Colonel, der die beiden miteinander bekannt gemacht hat, stellen darauf hin so manchen Mist an und lernen sich nach und nach besser kennen, bis sie schließlich auch in die größten Geheimnisse des jeweils anderen eingeweiht werden.
Das Buch ist in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil dreht sich um all die Geschehnisse, die zu dem einschneidenden Erlebnis geführt haben, welches das Leben der drei für immer verändert. Die zweite Hälfte des Buches widmet sich dem Versuch der Jugendlichen, mit dem Geschehnis umzugehen.
Wie ihr merkt, habe ich versucht, nicht allzu sehr zu spoilern. Bereits an den Titeln der einzelnen Kapitel ist absehbar, dass irgendwann im Verlauf der Geschichte etwas passieren wird: „Einhundertsechsunddreißig Tage vorher“ sagt schließlich schon alles. Und genauso, wie vorab zu erahnen war, dass etwas passieren wird, war mir persönlich auch recht schnell klar, was genau es sein wird. Vielleicht ist es einfach so, dass ich schon zu viele Jugendbücher gelesen habe oder dass die Konstruiertheit der Geschichte deutlich erkennbar war. Keiner fängt genau ein halbes Jahr vorher mit dem Erzählen einer Geschichte an und hört genau ein halbes Jahr danach wieder auf. Und doch, ich konnte nicht aufhören zu lesen. Etwas hat mich gefesselt. John Greens Schreibstil ist sehr ehrlich und sehr lebensnah. Er versucht nicht, etwas zu umschreiben, wofür es keine Umschreibungen gibt. Er lässt seine Charaktere fluchen, wenn es sein muss, lässt sie Sprüche klopfen, wenn es passt, lässt sie aber auch einfach unfähig in der Ecke stehen, wenn sie es verdient haben. Man kann schließlich nicht alles können. Und genau so wirken dann auch Miles, Alaska und der Colonel: Sie sind toll, witzig, ehrlich – und sie haben ihre Schwächen. Die drei sind auf den ersten Blick liebenswert echt und so macht es Spaß, noch einmal in den Schulalltag einzutauchen und zu sehen, wie andere damit umgehen.
Die Story ist banal, schon oft genug dagewesen, nicht zuletzt bekannt durch The Death Poet’s Society. Und doch, was dieses Buch meiner Meinung nach ausmacht, ist nicht, dass es das Rad neu erfunden hat, sondern, dass es ihm ein anderes Gesicht gegeben hat. Muss man es deshalb lesen? Nein, sicherlich nicht. Aber verkehrt ist es gewiss auch nicht, wenn man gerade ein bisschen Zeit hat.

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1 Kommentar zu „Eine wie Alaska (Looking for Alaska)“

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