In dunklen Gassen

IMG_1396Es ist faszinierend, was ein bisschen Licht und viele Schatten aus einer  schlichten engen Gasse machen können. Was tagsüber unscheinbar oder gar  hässlich wirkt, wird des nachts zu einer interessanten Kulisse. Hellerleuchtete  Schaufenster, Hängeschilder und Lampen an Eingangstüren verschmelzen  miteinander zu einem Bild, mit dem sich wunderbar spielen lässt. Egal, ob ich  Farbfotos beabsichtige oder in Schwarzweiß fotografiere: Die Ergebnisse sind  faszinierend.

Was bei Tag eine einfache Haustür ist, vor der ein Motorrad steht, kann des Nachts schnell zu einem Vorhof werden, in dem sich düstere Gestalten tummeln. Eine einfache, schlichte Gasse, in der des Nachts getrunken wird und gelacht, geraucht und geredet. Über all dem Treiben schlafen die Bewohner in ihren Betten, wünschen sich, nichts von dem Geplänkel vor ihrer Haustüre mitzubekommen und einfach in Ruhe träumen zu dürfen.

Natürlich könnte ich dieses Bild auch farbig machen. Dann würde man sehen, dass der Banner in gelb gehalten wurde und das Leuchten der Laterne zurückwirft. Dass das hintere Motorrad gelb, das vordere hingegen schwarz ist. Doch was nutzen mir diese Informationen? Letztlich kommt es mehr darauf an, dass die Fahrzeuge dort stehen, nicht auf ihr Aussehen. Vielleicht macht das auch den REiz der Schwarzweißfotografie aus: Unnütze Informationen werden ausgeblendet, der Betrachter kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und das wiederum sagst, dass in dieser Gasse Menschen wohnen und diese Bewohner sich gerne mit Zweirädern fortbewegen. Vielleicht haben sie aber auch Besuch von dem Fahrer und die Nacht zieht sich noch etwas in die Länge. Allein der Inhalt gibt Raum für Spekulationen und Geschichten. Alles weitere, die Farben, die Temperatur, das lässt sich nachträglich noch erzählen und muss nicht im Bild selbst festgehalten werden.IMG_1415

Wie viel Unterschied aber macht es schon, ein Model zu haben? Wo zunächst noch die Kulisse für sich sprechen musste, kann man nun mit Kleidung, Gestik und Mimik einer Person ansetzen. So lassen sich noch viel mehr Geschichten erzählen, das Bild wird wesentlich spannender.

Ihr habt Lust auf ein nächtliches Fotoshooting in eurer Stadt bekommen? Dann raus mit euch und an mit der Kamera. Was es aber zu beachten gibt: Keinen Blitz anschalten. Nutzt besser die Straßenbeleuchtung, das gibt mehr Atmosphäre. Stellt die ISO möglichst hoch ein, aber so, dass das Rauschen noch nicht zu stark wird. Nehmt ein Lichtstarkes Objektiv. In meinem Fall war das ein 50mm Objektiv mit Brennweite f1,8. Nun müsst ihr nur noch die optimale Belichtungszeit herausfinden und los kann es gehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s