Social Connections

Der Zwang, auf Facebook Freunde zu sammeln, wurde und wird in den Medien schon ausreichend diskutiert. Immer wieder wird dabei betont, dass Jugendliche die Realität aus den Augen verlieren und nicht mehr ihre „realen“ sozialen Kontakte pflegen. Doch stimmt das wirklich?
Inzwischen gibt es immer mehr Videos im Web, die uns daran erinnern sollen, unser Handy, unseren Laptop oder unser Tablet beiseitezulegen und „aufzuschauen“, rauszugehen und einfach mal wieder zu leben. Einige der Videos habe ich mir bereits angeschaut. Die Message ist stets dieselbe: Das Internet ist gefährlich. Und doch sitze ich hier und schreibe einen Blogeintrag. Meine Meinung scheint also festzustehen.
Doch tut sie das wirklich? Ich bin mir da nicht so sicher. Immer öfter erlebe ich es, dass ich mich mit Freunden treffe und diese nur noch auf ihr Handy schauen. Kaum fünf Minuten vergehen, bis sie wieder nervös auf diese kleinen schwarzen Teile starren, in der Hoffnung, jemand hätte ihnen geschrieben. Eine Unterhaltung wird da schwer und macht irgendwann einfach keinen Spaß mehr. Ich bin ehrlich, es trifft nicht nur auf meine Freunde zu, sondern auch auf mich selbst. Ich besitze zwar, bewusst, kein Smartphone, muss aber ebenfalls jedes Mal, sobald ich heimkomme, an meinen Laptop und meine Mails checken. Oftmals sitze ich im Bett und kann nicht anderes als stundenlang mit anderen zu chatten oder irgendwelche Bilder im Internet nachzuschauen. Nagut….stundenlang ist vielleicht übertrieben. Ich lese auch noch Zeitung am PC, betreibe Recherchen für die Uni oder aus persönlichem Interesse und kümmere mich um meine E-mails. Ganz sinnlos sitze ich also nicht vor dem Bildschirm. Dennoch, die Sucht ist klar erkennbar. Leide ich deshalb unter Realitätsverlust?
Wissenschaftler stellen in Frage, ob Jugendliche überhaupt noch in Urlaub fahren können, ohne ständig ihr Smartphone in der Hand zu halten. Sie behaupten, die Jugendlichen seien nicht mehr fähig, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Und ein Leben ohne ihr Lieblingsspielzeug scheint vollkommen unmöglich. Sicherlich gibt es auch schon Statistiken, wie viele von uns süchtig nach dem Internet sind.
Ich zweifle nicht daran, dass diese Sucht tatsächlich auf einige Menschen zutrifft. Doch auf alle? Was ist mit dem Zwang, E-mails für die Arbeit zu beantworten? Mit dem Wunsch an Seminaren teilzunehmen, die oftmals in den ersten Minuten schon ausgebucht sind? Tatsache ist doch, dass wir online sein müssen. Und dazu kommt, dass das Internet unglaublich unterhaltsam sein kann. Was also tun? Ein Verzicht ist absolut unmöglich, da wir von verschiedenen Seiten immer mehr dazu gezwungen werden, mit den Neuerungen Schritt zu halten. Eine vollkommene Abhängigkeit auf der anderen Seite ist auch nicht ratsam. Ich halte meine sozialen Kontakte im wirklichen Leben immer noch für wichtiger als die auf facebook, twitter und co.  Vermutlich ist es am besten, bewusst darauf zu achten, wann man auf sein Smartphone schaut und in Seminaren, bei Freunden oder auch nachts gänzlich darauf verzichtet. Man muss schließlich Prioritäten setzen.
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