23. Dezember

Was hatte ich doch Glück! Absurder Weise hatte die Abbiegung vom Vorabend mich nicht nur vor einer Festnahme von der Polizei bewahrt, sondern mich direkt zu einer Stelle geführt, die perfekt für mein Vorabend war. Der Weg führte noch ein gutes STück in den Wald hinein und dann eine Steigung hoch. Auf der linken Seite ging es steil nach unten. Oben auf dem Berg angekommen stand ich vor einer großen Villa. Ein Banner kündete eine große Fete an, die an diesem Abend stattfinden sollte. Aufgrund der Dekoration schloss ich, dass die Veranstaltung eher an Studenten gerichtet war und nicht für Reiche und jene, die es noch werden wollten, ausgerichtet wurde.
Ich musste mich nur ein wenig umsehen und ich fand bereits eine passende Stelle. Den Spiegel, den ich benötigte, riss ich von einem Auto ab, dass hinter dem Haus geparkt worden war. Dann wartete ich. Viele, sehr viele Stunden.
Ich beobachtete, wie es langsam Abend wurde. Mein Magen knurrte, doch ich achtete nicht weiter darauf. Nach und nach kamen die ersten Wagen an, Menschen stiegen aus. Die Party begann. Musik dröhnte zu mir bis an mein Versteck. Ich wartete weiter, hoffte, dass mein Plan funktionierte.

Es war bereits früher Morgen als ich meine Chance kommen sah. Ich wusste, dass ich es nicht endlos versuchen konnte. Ich brauchte ein Auto, in dem fünf Passagiere waren. Alles andere konnte ich vergessen. Leider gab es davon nicht allzu viele, dass hatte ich bereits beobachtet, als die Gäste angefahren gekommen waren.
Fast alle Autos waren bereits an mir vorbeigezogen, als es endlich so weit war. Ich grinste, als ich sah, wie ein unsicherer Junge auf der Fahrerseite einstieg, immer wieder betonend, dass er nicht sehr gut fahren könne. Umso besser, dachte ich für mich.
Die vier Mädchen, die dabei waren, eine davon defintiv etwas überdreht und gut angetrunken, machten sich nichts weiter aus den Worten des Jungen und stiegen ein. Das angetrunkene Mädchen schien für einige Probleme zu sorgen. Aus der Ferne glaubte ich zu erahnen, wie die Mädchen im Wagen miteinander wetteiferten. Der Junge startete den Motor seines grünen Ford, schaltete das licht ein.
Perfekt. Nun kam es auf den richtigen Winkel an! Gespannt fragte ich mich, ob mein Vorhaben funktionieren würde.
Der Wagen kam näher, rollte auf die sehr enge Kurve zu. Die Fahrbahn war vereist, der wenige Schnee von den Vortagen war zu einer gefährlichen Rutschbahn geworden. Ich holte meinen Spiegel heraus und ließ das Schweinwerferlicht darauf fallen. Augenblicklich schlingerte der Wagen ein wenig. Ich runzelte die Stirn. Der Junge war wohl wirklich kein guter Autofahrer. Als ich den richtigen Winkel gefunden hatte, hatte der Fahrer keine Chance mehr. Er konnte überhaupt nichts mehr sehen. Ich merkte, wie der Wagen bereits viel zu schnell auf die Kurve zufuhr. Das Krachen mit der Leitplanke war markerschütternd, doch auch sie konnte das Gefährt nicht mehr bremsen. Der Ford stürzte in die Tiefe.
Zufrieden mit meinem Werk versteckte ich mich zwischen den Bäumen, die dunkel und düster über mir aufragten. Ich setzte mich an einen Baum und schloss die Augen. Wenn wirklich alle fünf Menschen tot waren, fehlte mir nur noch einer. Ein einziger…Morgen…morgen…

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