15. Dezember 2013

Adventssonntag. Eigentlich hatte ich sogar eine Idee für einen Mord. Sie war mir in der Nacht gekommen, doch noch zweifelte ich daran, dass ich fähig war sie umzusetzen. Stattdessen saß ich zuhause und schaute Krimiserien. Es war faszinierend, wie viele verschiedene Arten es davon gab.
Zum Einen war da die klassische Detektivserie nach Sherlock Holmes: Ein genialer Ermittler, der unabhängig von der Polizei arbeitete und stets mehr sah, es die Komissare taten. Diese Art reizte mich nur insofern, als ich gerne wissen wollte, welche Spuren ich vielleicht bei meinen Morden hinterließ. Noch immer war die Polizei ratlos oder zumindest glaubte ich das, da niemand bei mir vor der Haustür stand, um mich festzunehmen. Dennoch konnte ich nicht ausschließen, dass mir eines Tages jemand auf die Schliche kam.
Dann gab es andere Serien, bei denen ein ganzes Team nur durch Zusammenarbeit einen Fall lösen konnte. Meist waren es mehrere Personen, die sich durch völlig unterschiedliche Fähigkeiten auszeichneten. Diese Serien waren inzwischen ebenso wie Detektivgeschichten zu Klassikern geworden und ermüdeten mich schlichtweg. Natürlich, Teamarbeit konnte alles bewältigen, aber irgendeinen Vollidioten gab es doch immer. Nein, eindeutig, für mich war diese Art zu sehr auf Klischees ausgelegt.
Eines jedoch faszinierte mich vollkommen: Serien, die aus der Sicht des Mörders selbst erzählt wurden. Man bekam keinen Einblick in die Ermittlerarbeit, sondern sah, was der Täter tat und sah, was er sich dachte und wie genau er bei seinen Morden vorging. Ein absolutes Muss für mich. Immerhin suchte ich noch immer nach kreativen Mordideen. Dennoch stellte sich die Frage, ob Klaus diese Serien ebenfalls kannte. Ich seufzte. Vermutlich war es keine gute Idee, etwas zu kopieren. Dennoch reizte mich der Gedanke, einer Person die Haut abzuziehen oder ihre Gedärme herauszuoperieren oder … Eindeutig! Diese Morde waren von vorneherein geplant. Lange vorher geplant. Dazu fühlte ich mich noch nicht in der Lage. Erst einmal hatte ich noch ein bisschen zu üben. Nur Übung machte bekanntlich den Meister, nicht wahr?
So verbrachte ich einen vollen Tag damit, auf die Mattscheibe zu starren, nachzudenken und mich zu entspannen. Recherchearbeit war schließlich anstrengend!

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