13. Dezember 2013

Es war bereits der dreizehnte Tag der Wette und mir fehlten schon zwei Opfer. Ich lag zuhause auf meiner Couch und versuchte zu schlafen. An einen Mord war nicht zu denken. Nach dem Erlebnis des Vortages hatte ich in der Nacht kein Auge zugetan. Vermutlich hätte ich mich nur selbst umgebracht, hätte ich heute versucht, jemanden zu töten.
Klaus hatte mich bewusstlos vor seiner Haustür vorgefunden und eine Weile gebraucht, um mich wieder auf die Beine zu stellen. Der Schock saß tief. Dabei war es nicht einmal der Tod der Autofahrerin, den ich mir durchaus denken konnte. Wir hatten im Radio Bestätigung gefunden. Sie war an den Folgen ihrer Verletzungen im Krankenhaus gestorben. Zu meiner Verwunderung allerdings suchte man nach mir, um zu wissen, dass es mir gut ging. Man wollte mir zwar ein Vergehen wegen dem Überqueren der Straße bei roter Ampel anhängen, allerdings beschuldigte mich erneut wieder niemand des Mordes. Nun ja. Wenn man es genau nahm, ließ sich vermutlich über fast jeden meiner Morde streiten. Was mich aber wirklich beschäftigte, war das Quietschen der Reifen, dieses grausame Geräusch in meinen Ohren, das mich auch Stunden später noch zermürbte. Es brachte mich völlig aus der Fassung, und ich konnte mir nicht einmal erklären warum dies so war.
Tatsache war, dass ich nun dasaß, meinen Apfeltee trank, die Zeitung las und über den zweideutigen Titel der Serie „Mord ist ihr Hobby“ nachdachte. Zu mehr war ich an diesem Tag einfach nicht mehr fähig, da ich viel zu müde war. Vielleicht sogar zu müde, um zu schlafen. Das Schlimmste war aber wohl, dass ich nicht nur untätig dasaß, sondern mir auch nicht überlegen konnte, wie ich mein Nichtstun wieder ausgleichen konnte. Mir fehlte es vollkommen an neuen Ideen für Morde. Hatte Klaus etwa gewonnen? Würde er es als Gewinner aus dieser Wette hervorgehen? Verzweiflung packte mich, nagte an mir. Ich spürte die Schuldgefühle: Warum kämpfte ich nicht weiter? Es konnte doch nicht so schwer sein, Menschen auf noch andere Art und Weise umzubringen! Ertränken, Verbrennen, Hängen, Verbluten lassen, Steinigen, es gab Dutzende von Möglichkeiten. Nur war keine wirklich kreativ. Ach verdammt!
Dann aber besann ich mich eines Besseren. Noch hatte ich genügend Tage, um einen Ausgleich zu schaffen. Am besten wartete ich erst einmal ab. Und trank meinen Tee.

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