7. Dezember 2013

Winter! Immer musste es so früh dunkel werden. Mir war nie ganz wohl, wenn ich in der Dunkelheit mit dem Auto fahren musste. Ständig blendeten einen Lichter, irgendwo war eine Bodendelle und vor einem blitze n die Lampen eines Wagens, sodass man dachte, man wäre von einer Radarfalle erwischt worden.
Dunkelheit umfiel mich plötzlich, als die Straßenlaternen plötzlich erloschen. Ich blickte auf die Uhr. Natürlich, zehn Uhr abends klappten die Gehsteige in dieser verdammten Kleinstadt hoch. Wie praktisch natürlich, dass man als Fußgänger dann gar nichts sah. Zum Glück saß ich in meinem Wagen und konnte auf dessen Schweinwerfer zurückgreifen.
Vor mir bewegte sich etwas. Zuerst nahm ich es gar nicht richtig wahr, dann bemerkte ich die Reflektoren, die sich in beeindruckender Geschwindigkeit bewegten. Es musste ein Radfahrer sein! Allerdings hatte er weder ein Rücklicht noch ein Vorderlicht an und der kleine rote Reflektor, der hinten angebracht sein sollte, fehlte ebenfalls. Unmöglich also, diesen Radfahrer zu sehen. Nicht wahr?
Ich gab Gas. Mir war es lieber, vor diesem Verrückten zu sein, als hinter ihm. Mein Motor brummte auf, der Fahrradfahrer drehte sich zu mir um. Ich sah seine dunkle Mütze, die Augen in dem blassen Gesicht. Dann blickte er wieder nach vorne, während mein Wagen an ihm vorbei zog. Plötzlich schwenkte er nach links. Was glaubte er eigentlich, was er da veranstaltete? Wie sollte ich als Autofahrer auf jemanden Rücksicht nehmen, der sich selbst dermaßen in Gefahr brachte?
Sachte lenkte ich nach rechts, wieder näher dem Straßenrand entgegen. Der Spalt zwischen dem Gehweg und meinem Wagen wurde immer schmaler. Der Radfahrer versuchte zu bremsen, ich sah wie er wild gestikulierte. Ich ließ ihn zurückfallen und suchte mir den nächsten Parkplatz am Straßenrand. Ich schaltete das Licht aus, lauschte dem Radio, aus dem mit voller Lautstärke Queen drang. The show must go on. Richtig.

Der Fahrradfahrer zog an mir vorbei, nichts ahnend, dass ich auf ihn gewartet hatte. Dass ich den Motor erneut startete und ihm folgte, bemerkte er gar nicht. Als er schließlich am Straßenrand im Graben landete, dürfte er es jedoch verstanden haben. Noch nicht einmal einen Helm hatte er getragen, dachte ich frustriert. Eigentlich hatte er es sogar verdient. Ich schaute nicht nach, ob mein Werk vollendet war. Im Rückspiegel sah ich, dass sich der Mann nicht mehr bewegte. Das genügte mir. Es war kalt draußen, die Straße nur selten befahren. Mehr war nicht zu tun.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s